
extrem alltäglich - extremer Alltag
Antifaschistische Veranstaltungsreihe
22.04.2013 / 18:00 Uhr
Kanal 70 / Hochheimerstraße 4a / Worms
Heimattreue Patrioten und das „Land der Vollidioten“ - Von der ‚Grauzone‘ zur ‚neuen deutschen Volksmusik‘? (Thorsten Hindrichs, Musikwissenschaftler)
Mit der Rücknahme der Nominierung der Band Frei.Wild vom ECHO 2013 hat die sogenannte „Frei.Wild-Debatte“ einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Doch ist Frei.Wild beileibe nicht die einzige deutsch-sprachige Band, die mit „rechtsoffenen“ Sujets – getreu dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ – arbeitet. Vielmehr reicht das Spektrum von Bands, die in der Wahl ihrer Themen sprichwörtlich „dem Volk aufs Maul schauen“ von eindeutig rechtsradikalen Szenen über die sogenannte ‚Grauzone‘ bis hin zur vielzitierten ‚Mitte der Gesellschaft‘, so dass sich die Frage stellt, ob sich mit den jüngeren Entwicklungen des „Deutschrocks“ nicht eine ‚neue deutsche Volksmusik‘ herauszubilden beginnt. Wie eine solche aussehen könnte (und vielleicht auch schon aussieht), wird an ausgewählten Beispielen diskutiert.
06.05.2013 / 18:00 Uhr
Geschäftsstelle Bündnis90 die Grünen
Friedrich-Ebert-Straße 20 / Worms
Themen der Mitte, Themen der Rechten (Crithink.e.V.)
Vorgestellt werden die Kernbereiche des politischen Programms der NPD, der aktuell „erfolgreichsten“ Vertreterin des deutschen Neonazismus. Dazu gehören völkische Ideologie, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Verherrlichung des Nationalsozialismus. Anhand konkreter Beispiele aus der Region werden jeweils sechs Ideologiefragmente aus dem Programm der NPD dargelegt und analysiert. Durch diese fundierte Auseinandersetzung mit der Ideologie werden die TeilnehmerInnen in die Lage versetzt, die nazistischen Kernaussagen schneller zu durchschauen. Wer die Inhalte und ihren Kern erkennt, hat die besseren Argumente in der Diskussion.
27.05.2013 / 18:00 Uhr
Gewerkschaftshaus Worms - Siegfriedstraße 22 / Worms
Moderne Extremismusdoktrin (Rene Schneider, Aktivist)
Der Verfassungsschutz ist stets darum bemüht, mutmaßliche Feinde der freiheitlich demokratischen Grundordnung (fdGO) in die Schubladen des „Linksextremismus“ und „Rechtsextremismus“ zu stecken. Hierbei entstehen zahlreiche Konflikte. Zunächst sind im schwammigen Begriff des „Extremisten“ die Protagonisten und Themen des rechten Randes nicht konkret zu beschreiben. Doch wir müssen Neofaschisten, Islamophobe, Ultranationalisten usw. beim Namen nennen können um sie effektiv zu bekämpfen. Gleichzeitig birgt die moderne Extremismusdoktrin den Versuch, aus der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ gegen die fdGO selbst vorzugehen.
20.06.2013 / 18:00 Uhr
Geschäftsstelle Bündnis90 die Grünen
Friedrich-Ebert-Straße 20 / Worms
Rechts blind, links doof?
(Michael Csaszkóczy, Lehrer)
Systematisch ignoriert der Verfassungsschutz jahrelang den Rechtsterrorismus von NSU und kurz vor Prozessbeginn werden die betreffenden Akten zufällig geschreddert. Dass der Geheimdienst dagegen bei der Verfolgung von linkspolitisch Aktiven alle Register zieht, machtder Fall Michael Csaszkóczy deutlich. So bekam der Lehrer Csaszkóczy 2004 aufgrund seines Engagements in der antifaschistischen Initiative Heidelberg ein Berufsverbot erteilt. Als er dagegen klagte, wurde das Verbot 2007 aufgehoben. Dennoch beobachtet ihn der Verfassungschutz seitdem weiterhin, trotz gerichtlichem Freispruch. Michail Csaszkóczy wird von seinen Erfahrungen, dem Prozess gegen die Behörden und den Geheimdienst erzählen, sowie von der Solidarität, die er erfahren hat.






